Heinz von Foerster hat mich zum Verständnis der Zirkularität geführt und mir damit den Weg aus dem Dilemma der Linearität gezeigt - ein Dilemma, so wage ich hier zu behaupten, das viele von uns begleitet. Die Entdeckung der Zirkularität, der Selbst-Referenz oder Selbstrückbezüglichkeit, die über das simple Feedback etwa eines Temperaturreglers oder einer Heizung weit hinaus geht, waren Lebensthema von Heinz von Foerster.
»Wenn wir nach dem Wesen des Lebens fragen, leben wir bereits, oder anders gewendet, nur Lebewesen können dies. Wer Sprache untersuchen will, tut dies mit Sprache. Und wenn wir wie Wittgenstein wissen wollen, was eine Frage ist, müssen wir schon in der Lage sein, eine Frage zu stellen«.
Die Kybernetik holt den Beobachter in die Wissenschaft. Das Prinzip der Objektivität besagt hingegen, dass die Eigenschaften des Beobachters nicht in die Beschreibung des Beobachteten eingehen dürfen, folgt man diesem, so Heinz von Foerster, dann bleibt nichts mehr übrig, weder die Beobachtung noch die Beschreibung.
Komplexe Systeme sind Systeme, die sich der Vereinfachung verwehren und vielschichtig bleiben.
Begriffswelt komplexer Systeme
Modulation ist eine Methode den Zustand eines komplexen Systems zu verändern. Ohne das Phänomen der Modulation wären wir blind, taub, stumm und ohne Gefühle.
Wahrnehmung ist Modulation
In unserem Alltag begegnen uns ständig Phänomene der Komplexität. Ob im Verkehr, Familienleben oder Arbeitsalltag, überall lauert die Komplexität.

Der Begriff der Rückkopplung stammt aus der elektrischen Schaltungstechnik und bezeichnet den Vorgang, wenn ein verstärktes Signal auf seine Quelle bzw. die Eingangsgröße zurückwirkt. Wirkt das Ausgangssignal dabei im Gegensatz zu einer Gegenkopplung verstärkend auf das Eingangssignal, spricht man von einer Mitkopplung. Es kommt zu einer sich selbst verstärkenden Wirkung zwischen Eingangs- und Ausgangssignal, die bis zur Selbsterregung oder dem Eintreten eines qualitativ neuen Zustandes führen kann.
Inzwischen wird der Begriff Rückkopplung bzw. feedback auch im anderen Zusammenhang zur Charakterisierung von chemischen, sozialen oder ökologischen Vorgängen verwendet.
Lebende Organismen sind operational geschlossene Systeme. Sie arbeiten nach Regeln, die für ihre Art charakteristisch sind. Sie arbeiten rekursiv und erzeugen sich damit selbst. Sie schreiben sozusagen ihre eigene Geschichte. Jede Wahrnehmung oder Handlung ist somit ein Ergebnis, das nach den inneren Regeln des Organismus errechnet bzw. erzeugt wird.
Organsimen sind operational geschlossene Systeme. Lebende Organismen erzeugen sich selbst. Auch wenn Organismen eng mit ihrer Umwelt interagieren, so arbeiten sie doch nach charakteristischen Regeln. Diese Regeln bestimmen die Art, wie Reize/Impulse verarbeitet werden.
Zum Beispiel verarbeitet ein Auge Reize zu Bildern. Dabei ist es dem Auge gleichgültig, welcher Art der eingehende Reiz ist. Durch Druck auf den Augapfel können auch Blinde Farben sehen.

In unserem Körper stehen Nervensystem, Immunsystem und Hormone für charakteristische Regelkörper und erzeugen somit eine für jedes System eigene Reizverarbeitung. Die 3 Systeme sind zudem hochgradig vernetzt und erzeugen als gemeinsames Ergebnis die Stressantwort.
Ein Blick in das Innere des Systems Körper. Alle drei Systeme - Nervensystem, Immunsystem und Hormone - verarbeiten Reize nach ihnen eigenen Regeln. Rückkoppelung und hochgradige Vernetzung sind dabei ebenfalls grundsätzliche Regulationsprinzipien.
Die Herzfrequenz, der Glukosespiegel, die Anzahl aktivierter Muskelfasern und viele andere uns aus unserem Körper vertraute Parameter oszillieren um einen in einem entsprechenden Netz von Regelkreisen dynamisch erzeugten Stellwert. Nervensystem, Immunsystem und das System der Hormone sind die mächtigsten Rechenmaschinen unseres Organismus. Sie erzeugen und kontrollieren Soll- und Ist-Zustände.