Die Messestände, die wir auf Sportveranstaltungen hatten, waren für mich und Biestmilch immer ein sehr kontroverses Thema. Zum einen haben sie natürlich ihre Bedeutung und Wichtigkeit gehabt, denn sie haben geholfen, uns als Quereinsteiger in den Kreisen des Triathlon zu vernetzen. Die Jahre, die wir zusammen mit dem Laufshop-Leder aufgetreten sind, haben unsere Aufnahme in dieser Szene erfreulich beschleunigt.
Allerdings trat irgenwann ein Gewöhnungseffekt auf. Wir hatten den Eindruck der Stagnation und das Gefühl, dass Biestmilch mit ihrer noch immer großen Erklärungsnot, andere Wege gehen müsste.
Irgendwann im letzten Jahr habe ich dann in einer Rocketboom-Sendung die Inspiration für ein Multimedia-Vehikel erhalten. Wie meist zu Beginn waren die Vorstellungen vage, so kam es, dass wir bei ebay im Frühling eine seltsame Rikscha ersteigerten.

Zwischen diesen beiden Begriffen konnten wir damals wählen, um unsere Rikscha zu beschreiben. Es war schnell klar, dass sich da einiges ändern musste, um daraus ein respektables Vehikel zu formen.
Wir begannen also die Arbeit und stießen auf nicht wenige Widerstände dieses komischen Fahrzeugs. Es erwies sich als äußerst widerborstig.

Das Thema war geboren. Ohne klare konzeptionelle Vorstellungen führen Projekte selten zum Erfolg, so war es auch in unserem Fall. Wir mussten feststellen, dass der Begriff des Multimediamobils (MMM) nicht ausreichte, um unter uns einen Konsens der Vorstellungen zu erreichen. Also begannen wir präziser zu werden.
Trotzdem dauerte es noch eine gute Weile, bis uns sozusagen der Knopf aufging, und die Richtung feststand.
Wir versuchten ein »B« zu erzeugen, um dem ganzen einen Sinn zu geben, ein schwieriges Unterfangen wie sich herausstellte.



Nachdem wir mit ellenllangen Rohren und allergieprovozierenden Kuhfellen gekämpft hatten, nachdem wir unsblutige Wunden mit gemein stechenden Zapfen zugezogen hatten, nachdem wir mühsam ein »B« wie Biestmilch geformt hatten, um es dann wieder zu zerstören, nachdem wir versuchten die Kuh als Leitthema aufzugreifen, fanden wir endlich einen Weg Natur und Technik auf der Rikscha zu kombinieren.
Es war das, was wir gewollt hatten. Biestmilch so durch und durch natürlich als Substanz hineinzuführen in die Welt modernster Technik. Natürlich wartet der Härtetest erst auf uns. Wir sind angespannt gespannt.
In voller Pracht sollen Sie die Rikscha erst vor Ort erleben, deshalb geben wir nur Ausschnitte preis. Wir werden in den nächsten Tagen immer wieder Berichte vom Einsatzort »Rikscha« bringen.
Ja, übrigens, sie heisst Marie-Antoinette, der Name ist ihr geblieben. Nach einem unserer vergeblichen Veruche sie zu zähmen, sah die Gute aus wie die Österreicherin, die als französische Königin guillotiniert wurde.