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Geschichten über große und kleine Leiden

Die Klagelieder sind vor eineinhalb Jahren aus einer Not heraus entstanden. Da es sich bei Biestmilch um ein Lebensmittel handelt – der Gesetzgeber definiert es als Lebensmittel der ganz eigenen Art – unterliegt sie den Regularien und der Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln. Sie darf also nicht als Milch, die der Milchverorndung unterliegt in den Verkehr gebracht werden.
   Für Lebensmittel dürfen generell keine gesundheitsbezogenen oder Heilaussagen gemacht werden. Zudem darf nicht der Eindruck eines Arzneimittels erweckt werden. Damit sind natürlich eine ganze Menge Handicpas verbunden, mit denen wir uns Tag täglich bei unserer Arbeit mit Biestmilch auseinandersetzen müssen.

Für viele unserer Besucher bleibt deshalb Biestmilch und ihre Verwendungszweck ein Mysterium. Sie verlassen mehr oder weniger frustriert unsere Seite.
   Die Klagelieder sind ein Versuch, charmant und diskret darauf hinzuweisen, in welchen Lebenslagen man vielleicht auch einmal an Biestmilch denken sollte. Jeden Monat werden wir in Zukunft ein neues Klagelied veröffentlichen, und damit durch die Blume auf die Vielfalt der Biestmilch hinweisen. Zum ersten Klagelied
 

Milch und Biestmilch

Enge Verwandte und doch so fern

Wenn man von Milch spricht, ist immer Kuhmilch gemeint. Bei Milch von anderen Tieren muss das Tier genannt werden. Milch gehört zu den Grundnahrungsmitteln. Sie ist eine hochinteressante komplexe Flüssigkeit, mit der sich eigene wissenschaftliche Institute beschäftigen. Milch ist ein Rohstoff, ohne den Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie nicht denkbar wären.
   Biestmilch (Colostrum) hingegen ist nur begrenzt verfügbar, ist in vielen Ländern noch immer verkannt bis verpöhnt. Das rührt daher, dass sie in den Zeiten von Tuberkulose als Überträger in Misskredit geriet. Seitdem hat sich viel geändert. Fleischbeschau und Sterilisationsverfahren haben dieses Problem eigentlich gelöst.

Mit ihrem Ruf kämpft dieses Lebenselexier jedoch nach wie vor. Aber ihre Rehabilitation ist in vollem Gange, dazu tragen die Erfahrungen, die bezüglich ihrer Wirkungen gemacht werden, jeden Tag von Neuem bei.