Frank Vytrisal humorvoll, verschmitzt und sehr überlegt
Die Frage nach seinem Alter, so muss man annehmen, hat er wahrscheinlich satt, obwohl Frank, das niemals so äußern würde. Denn Frank Vytrisal ist ein sehr ruhiger, gelassener und humorvoller Mensch. Er nimmt auch die dümmste Frage noch geduldig entgegen.
Wie gesagt, langer Rede kurzer Sinn, er ist 42 und ein Triathlet der Spitzenklasse. Er bringt Leistungen, die man diesem Alter nicht mehr zuzuordnen gewohnt ist. Er weiss allerdings genau, dass er sein Alter berücksichtigen muss. Die Regenerationszeiten werden einfach länger. Das merkt auch schon Chris McCormack, obwohl er beinahe 8 Jahre jünger ist. Dennoch leistet Frank Erstaunlichens.
So eine Kampf (Krampf)-Leistung hätte ich mir vorher nicht zugetraut
Beim Ironman Germany konnte Frank seine Leistung leider nicht abrufen. Eine Entzündung des äußeren Gehörganges zwang dazu, bereits unmittelbar nach dem Schwimmen das Rennen aufzugeben. Eine Woche später startete er beim Ironman Schweiz in Zürich. Trotz der haarsträubenden Bedingungen – kaltes, nasses Wetter – gelang es ihm sich für Hawaii zu qualifizieren.
Ein Auszug aus seinem Rennbericht
Es war soooo schlimm!
Auf der Laufstrecke hatte ich gleich zu Beginn wieder mit Krämpfen zu tun. So konnte ich nur ganz verhalten beginnen. Die ersten Kilometer mit Schnitt 4:20 bis 4:30 min/km waren entsprechend langsam. Aufgebaut wurde ich von ein paar Freunden die mir zuriefen, dass die anderen schlecht aussehen, zum Glück haben sie mir nicht gesagt wie ich zu diesem Zeitpunkt aussah.
Von km 5 bis 25 ging es mir besser. Es kam wieder Blut in Hände und Füße und mein Lebensgeist kam zurück. Auf diesen Kilometern machte ich ständig Boden gut auf den zu diesem Zeitpunkt drittplatzierten Daniel Müller. Bei Kilometer 27 konnte ich den dritten Platz übernehmen und dachte das müsse ich nur noch Heimschaukeln.
Doch da irrte ich mich gewaltig, meine Reserven waren völlig aufgebraucht, und ich wollte mir nicht vorstellen noch 15 Kilometer zu laufen. Doch jetzt war ich auf einem Podiumsplatz und hatte damit auch die Quali für Hawaii, jetzt musste ich durch! Mein normales Marathontempo konnte ich nicht mehr laufen, ich wollte nur nicht gehen oder gar anhalten müssen.
Doch bei km 32 kam die Schreckensmeldung: Der Daniel ist 1:50 min hinter Dir, rief mir Peter zu. Bei km 36: »Lauf, der ist nur noch 50 sec. hinter dir«.
Ich war am Limit! Lauf um dein Leben!
Beim letzten Wendepunkt (37,5 km) kam die ganze Wahrheit zu Tage. 20 sec. Betrug der Abstand. Ich beschloss nun volles Risiko zu gehen und so zu laufen, als ob es der letzte Kilometer sei. Bei Kilometer 39,5 rief mir Peter mit versteinertem Gesichtsausdruck zu: »Lauf um dein Leben, das wird eng!«.
Nach so vielen Qualen an diesem Tag wollte ich mir das dann nicht mehr nehmen lassen und beschleunigte nochmals, nicht wissend wie viele Meter dies noch gut gehen kann. Leider war ich nicht in der Lage auch nur eine Sekunde den Zieleinlauf genießen zu können. Die Ziellinie hätte auch keinen Meter weiter hinten sein dürfen.
Im Ziel angekommen konnte ich mich nicht mehr auf den Beinen halten und musste medizinisch versorgt werden. Doch schon nach einer halben Stunde war ich wieder zu Scherzen aufgelegt.
Abschließend sei gesagt, dass dies vielleicht nicht mein bestes Rennen war, dazu war mein Körper nicht in der Lage, aber vom Kopf war es ein absoluter Durchbruch. Mich so durch zu kämpfen, macht mich sehr stolz. So eine Kampf (Krampf)-Leistung hätte ich mir vorher nicht zugetraut.
Athleten-Betreuung
Seit Juli 08 betreut Frank Vytrisal unsere Biest//Athleten. Er hat nicht nur das Alter, die Reife und die natürliche Autorität für diese Aufgabe, er ist einfach als Mensch rund um für eine solche Aufgabe geschaffen. Neben der Betreuung hält er auch Ausschau, nach Athleten, die in unser Team passen könnten.






