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Information: ein entwerteter Begriff?

Information ist wohl eines häufigsten Worte, das wir in unserer Zeit aus unseren Mündern schwappen hören, selten hinterfragt, was es bedeuten könnte, selten im Kontext des jeweiligenInterpretationsmusters gesehen. Denn am Begriff der Information haftet meist noch der Begriff der Objektivität. Und dieser Begriff muss nicht hinterfragt werden, denn dieser haftet wiederum an dem der Wahrheit, und hinter der Wahrheit findet sich nichts mehr. Wahrheit ist rein.
   Im Biestmilch-Kosmos wird der Begriff der Information nicht so verwendet. Wirhalten uns Umberto Maturanas weisen Satz: »Alles, was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt.« Niemand kann einen privilegierten Zugang zur Wirklichkeit da draußen und zur Wahrheit beanspruchen.

Informationsverarbeitung: Theorie und Praxis

Im Bereich der Information begegnen sich die Wissenschaften. Hier rücken Informatik, Mathematik, Nachrichtentechnik und Biologie eng zusammen. Deshalb an dieser Stelle ein kurzer Exkurs zur Ausnüchterung eines inflationären Begriffes.
   Die Informationstheorie ist eine mathematische Theorie aus dem Bereich der Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik, die auf Claude Shannon zurückgeht. Sie beschäftigt sich mit Begriffen wie Information, Entropie, Informationsübertragung, Datenkompression, Kodierung und verwandten Themen.
   Neben der Mathematik, Informatik und Nachrichtentechnik wird die theoretische Betrachtung von Kommunikation durch die Informationstheorie auch zur Beschreibung von Kommunikationssystemen in anderen Bereichen (Medien in der Publizistik, Nervensystem in der Neurologie, DNA und Proteinsequenzen in der Molekularbiologie, Wissen in der Informationswissenschaft und Dokumentation) etc. eingesetzt.
   Die Shannonsche Theorie verwendet den Begriff der Entropie, um die Informationsdichte von Nachrichten zu charakterisieren. Je ungleichförmiger eine Nachricht aufgebaut ist, desto höher ist ihre Entropie. Sie beschreibt, dass die größtmögliche Informationsrate gleich die Bandbreite mal Logarithmus von eins plus Signalstärke geteilt durch Hintergrundgeräusch ist.

Information und Biologie
oder der genetische Kode, ein heisses Eisen

Es gilt als Allgemeingut, dass im genetischen Kode Informationen verborgen liegen. Seit Watson und Crick die Doppelhelix der DNA entdeckten, hat sich das Dogma der Erbinformation in der DNA so verfestigt, dass man kaum daran zu rütteln vermag. Doch wer genau hinhört, der vernimmt die leisen Töne des Widerstands, die sich um dieses Dogma zu entfalten beginnen. Um diese Tönen eine stärkere, lautere Stimme zu verleihen, ist extra die Wissenschaft der Epigenetik ins Leben gerufen worden.

   Es wurde nämlich erkannt, nachdem das Human Genome Projekt abgeschlossen worden war, dass man mit diesem Wissen eigentlich nichts anzufangen weiss. Wo ist also die Information geblieben, von der man behauptete, sie liege in der DNA? Nun hier beginnt meiner Ansicht nach der Punkt an dem man den Informationsbegriff in seiner tradierten Bedeutung neu definieren sollte: Information wird zwischen Sender und Empfänger erzeugt, sie ist also das Eregebnis einer Relation bzw. Beziehung.

Informations-Verarbeitungsstrategie des Organismus

Der Organismus kann vereinfacht als motorisches Energiesystem dargestellt werden. Über eine Vielzahl von Sensoren werden die Aktivitäten des Organismus ebenso wie Umwelteinflüsse registriert und verarbeitet.
   Schrittmacherstrukturen im zentralen Nervensystem kalkulieren die Gesamtheit aller eingehenden Impulse und vergleichen das Ergebnis mit dem Sollwert. Der Sollwert gibt die Referenz für Korrekturen vor. Er repräsentiert Normwerte, die erfüllt sein müssen, damit das Überleben zu jedem Zeitpunkt der körperlichen Belastung gewährleistet ist. Der Schrittmacher sendet die entsprechende Korrekturen an die Peripherie (Skelettmuskel, Herz, Atmung etc). Nachdem die Anpassung an die neue Situation erfolgt ist, beginnt der Prozess erneut. So entsteht ein stabiler um eine Baseline oszillierender Zustand.
   So oszillieren beispielsweise die Herzfrequenz, der Glukosespiegel, die Anzahl aktivierter Muskelfasern.

Die Prozesse der Informationsverarbeitung im Gehirn machen müde und kosten Energie

Umso mehr wir unsere Leistungsgrenze verschieben wollen, desto mehr mentale Kraft ist erforderlich. Mentale Kraft bedeutet hohe Neuronen (Nervenzellen)-Aktivität mit Entleerung der Energiespeicher und entsprechend folgender Müdigkeit und Erschöpfung. Deshalb muss auch das Gehirn und seine Regeneration beispielsweise im Rahmen der Trainingssteuerung berücksichtigt werden.