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Skizze, Heinz von Förster

Kybernetik ist Denkstil
und Lebenstil

Der Unternehmens- und Managementberater Stafford Beer definierte Kybernetik als die Wissenschaft der Organisation, der Neurophilosoph Warren McCulloch sprach von der Kybernetik als einer Erkenntnistheorie, die sich mit der Erzeugung von Wissen durch Kommunikation befasst.

In einer Erklärung der American Society
for Cybernetics heißt es:
"Cybernetics is a way of thinking, not a collection of facts."

Und Gordon Pask schrieb noch allgemeiner:
"It might be an art, or a philosophy, a way of life."

Heinz von Foerster sagt in seiner im so typischen humorvollen Art. »Das ist das Faszinierende der Kybernetik: Man fragt ein paar Leute nach einer Definition - und erfährt sehr wenig über Kybernetik, aber eine Menge über den Definierenden, sein Spezialgebiet, seinen Bezug zur Welt, seine Lust mit Metaphern zu spielen, seine Begeisterung für das Management, sein Interesse an Kommunikations- oder Nachrichtentheorien. Ich lerne auf diese Weise meine Freunde Stafford Beer, Warren McCulloch, Norbert Wiener und Gordon Pask noch etwas genauer kennen. Das ist doch herrlich.
Das fundamentale Prinzip kybernetischen Denkens ist, so meine ich, die Idee der Zirkularität. Da beginnt alles, von dort aus muss man weiterdenken, das ist die Basis. Das Prinzip der Zirkularität zeitigt enorme Folgen, wenn man es zu Ende und in die Tiefe denkt und mit erkenntnistheoretischen Fragen verknüpft. Man betritt auf einmal verbotenes Terrain, befaßt sich mit der unter den Logikern verpönten Selbstbezüglichkeit«.

Norbert Wiener sagte: »Kybernetik ist die Wissenschaft von der Regelung und der Nachrichtenübertragung in Lebewesen und Maschinen.«

Norbert Wiener, Amerikanischer Mathematiker und Mitbegründer der Kybernetik, wurde einmal auf dem Campus der Universität von einem Studenten angesprochen, der eine mathematische Frage hatte. Wiener blieb stehen und erörterte mit dem Studenten das Problem. Als sie fertig waren, fragte er: „Bin ich aus dieser Richtung oder aus der entgegengesetzten Richtung gekommen, als Sie mich ansprachen?“ Der Student nannte ihm die Richtung, aus der er gekommen war. „Aha“, sagte Wiener, „dann habe ich noch nicht gegessen.“, und setzte seinen Weg in Richtung der Mensa fort.