Sich in den eigenen Schwanz beißen
Die Kybernetiker entdecken die Zirkularität, die Selbst-Referenz oder Selbstrückbezüglichkeit wieder
Heinz von Foerster hat mich zum Verständnis der Zirkularität geführt und mir damit den Weg aus dem Dilemma der Linearität gezeigt - ein Dilemma, so wage ich hier zu behaupten, das viele von uns begleitet. Die Entdeckung der Zirkularität, der Selbst-Referenz oder Selbstrückbezüglichkeit, die über das simple Feedback etwa eines Temperaturreglers oder einer Heizung weit hinaus geht, waren Lebensthema von Heinz von Foerster.
»Wenn wir nach dem Wesen des Lebens fragen, leben wir bereits, oder anders gewendet, nur Lebewesen können dies. Wer Sprache untersuchen will, tut dies mit Sprache. Und wenn wir wie Wittgenstein wissen wollen, was eine Frage ist, müssen wir schon in der Lage sein, eine Frage zu stellen«.
Plädoyer gegen die Objektivität
Was die Kybernetiker antreibt, ist die tiefgründige Einsicht, dass es eines Gehirns bedarf, um eine Theorie über das Gehirn zu schreiben
Die Kybernetik holt den Beobachter in die Wissenschaft. Das Prinzip der Objektivität besagt hingegen, dass die Eigenschaften des Beobachters nicht in die Beschreibung des Beobachteten eingehen dürfen, folgt man diesem, so Heinz von Foerster, dann bleibt nichts mehr übrig, weder die Beobachtung noch die Beschreibung.


