
- Rostige Spülung
Alltägliche Regelsysteme
Die Klospülung
Bei Wikipedia liest man zum Thema »Toilettenspülung«
»Eine Toilettenspülung ist die Vorrichtung, die bei Wasserklosetts dafür sorgt, dass die Schüssel zu gewünschter Zeit mit Wasser durchspült wird, was die Exkremente und das Toilettenpapier in die Kanalisation oder in Sickergruben befördert.« Technisch gesehen handelt es sich um ein kybernetisches System.
Wir drücken auf den Spülknopf. Der Abfluss für das Wasser öffnet sich. Der Kasten läuft leer. Der Schwimmer sackt ab, ein Ventil öffnet sich, Wasser läuft nach, der Schwimmer steigt wieder hoch, die Abflussöffnung schliesst sich.
Ist der Kasten voll gelaufen, schliesst sich das Zulaufventil. Der Wasserzulauf stoppt. Und der Spülkasten ist für den nächsten Gast bereit.
Irgendwie so und das wiederholt sich.
In früherer Zeit befand sich der Spülkasten des öfteren an der Decke des Toilettenraumes, um zusätzlich zu der Wassermenge auch noch etwas Druck aufzubauen. Hochhängende Spülkästen wurden durch das Ziehen an einer Schnur oder Kette aktiviert, die von diesen herunterhing.
Und in unserem Körper läuft das auch so ähnlich ab. Nur vernetzen sich abertausende solcher Prozesse zu Regelkreisen und Rückkoppelungen, interagieren und interferieren.
In der Toilette müssen nur der Wasserzu- und -ablauf geregelt werden, im Körper gibt es Myriaden von Orozessen, die z. B. Körpertemperatur, Blutdruck, Blutzuckerspiegel, Wasserhaushalt, Magen-Darm-Funktion regulieren.
Relative Größe »Temperatur«
Temperaturregulation und Temperaturempfinden stehen für eine Beziehung und Differenz zwischen Systemen. Wir Warmblütler brauchen eine bestimmte Betriebs-Temperatur, damit wir leben und biochemische Prozesse ablaufen können.
Ein Sollwert (siehe kybernetische Systeme) ist im zentralen Nervensystem (ZNS) verankert. Wenn wir anfiebern frösteln wir. Der Sollwert im ZNS ist erhöht, der Körper ist kälter als das Soll. Wir frösteln. Regulationsprozesse arbeiten am Ausgleich dieser Differenz. Ist der Sollwert erreicht, ist uns heiss und wir schwitzen.
Die (absolute) Temperatur ist hingegen eine physikalische Zustandsgröße, die etwas etwas über die Molekularbewegungen in einem System aussagen.
Heizung oder Körper: Wer regelt die Temperatur?
Er schwitzt... Sie friert...
Sie sitzt mit ihm beim Essen. Er schwitzt und stöhnt.
"Mensch, heute ist es wieder heiss hier drin, der Regler der Heizung funktioniert wirklich beschissen."
Sie, "mich fröstelt aber."
Er, "das ist aber, weil du zu wenig gegessen hast."
Sie nickt.
She nods.
Day after day our body achieves the nearly impossible: perfect regulation, when we are healthy. The countless possible regulatory disorders can also lead to just as many countless versions of discomfort and lead to illness.
In unserem Körper geschieht jeden Tag das schier Unmögliche: perfekte Regulation, wenn wir gesund sind. Die zahllos möglichen Regulationsstörungen allerdings können zu ebenso schier unüberschaubaren Varianten des Missbehagens bis hin zur Krankheit führen.
Die vergeblichen Versuche eines Polizisten den Verkehr zu regeln
Der Polizist tut sich schwer, er kennt niemals alle Parameter, die für er eine optimale Verkehrsregelung bräuchte. Er muss versagen.
Polizisten sollten den Verkehr so regeln, dass Staus vermieden werden. Ein Polizist kann jedoch, wie jeder weiss, ungeheure Verkehrsstauungen auslösen, und er tut dies, unwillentlich natürlich, meistens auch.
Denn es ist für ihn unmöglich alle Kriterien bei der Wahl seiner Armstellung einzubeziehen, die notwenig wären, um einen Stau zu vermeiden. Er müsste den Takt der Verkehrsampeln, das Verkehrsaufkommen an ungeregelten Kreuzungen, den Zustrom aus Vorrang- und aus Nachrangstrassen, Hindernisse wie Fussgängerübergänge, Unfälle oder Baustellen, unterschiedliche Verkehrsflussgeschwindigkeiten auf breiten und schmalen, einspurigen, zweispurigen und mehrspurigen Strassen und natürlich die Wetterbedingungen und wahrscheinlich vieles mehr - wie zum Beispiel meine und anderer aufgrund von Schlafmangel bestehende verlangsamte Reaktion, bei der Regelung des Verkehrs berücksichtigen.
Eigentlich, so unser Schluss, kann ein Polizist den Verkehr gar nicht so regeln, dass er einen Stau vermeidet, er kann ihn eigentlich nur so regeln, dass er ihn erzeugt. Wie es viele Erfahrungen ? Ihre sicherlich auch ? bestätigen, wird ein Polizist zu seinem Leidwesen schneller zum Verkehrshindernis, als ihm lieb ist.
Seine Interventionen würden nur dann nicht zum Stau führen, wenn er aus allen Verkehrsregionen und von allen Wetterstationen in seinem Gebiet ständig über die aktuelle Verkehrs- und Wettersituation informiert würde. Vielleicht bräuchte er auch noch ein Stimmungsbarometer der Autofahrer.
Ein Computer müsste aus diesen Daten für ihn in Echtzeit die Armstellung errechnen, die er dann in Windeseile einnehmen müsste. Sein Gehirn könnte eine solche Rechenleistung in keinem Falle vollbringen. Man stelle sich diesen armen Polizisten vor! Einmal stünde er stundenlang starr, dann müsste er wieder hektisch innerhalb von Millisekunden die Arme in eine neue Positionen bringen. Irgendwann würde er erschöpft von seinem Podest stürzen. Und dann käme es erst recht zum Stau.
Auch modernste Computernetzwerke mit Satellitenüberwachung sind diesen Anforderungen nicht gewachsen. Der Polizist bleibt der arme Sündenbock, wenn ihn das unglückliche Schicksal ereilt, anstelle einer ausgefallenen Ampel den Verkehrs zu regeln.


