{"id":249,"date":"2007-02-10T18:58:38","date_gmt":"2007-02-10T17:58:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biestmilch.com\/wordpress\/?p=249"},"modified":"2016-04-30T10:28:31","modified_gmt":"2016-04-30T09:28:31","slug":"guerilla-marketing-uber-den-widerspruch-im-begriff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biestmilch.com\/blog\/2007\/02\/10\/guerilla-marketing-uber-den-widerspruch-im-begriff\/","title":{"rendered":"Guerilla-Marketing: \u00fcber den Widerspruch im Begriff"},"content":{"rendered":"<p><em>Guerilla*-Marketing ist nicht planbar. Es beruht vielmehr auf dem Prinzip des Raubes und geraubt wird nur, was einem gef\u00e4llt oder was man brauchen kann. Deshalb sollte Marketing authentisch sein. Man sollte keine hinterlistigen Verlockungen inszenieren, die den R\u00e4uber als zahmes Lamm entlarven. <\/em><\/p>\n<p><em><\/em>Guerilla-Marketing ist ein Wort in vieler Munde. Neidvoll blicken die auf jene, denen eine Guerilla-Marketing-Aktion gelungen ist &#8211; dazu geh\u00f6ren als bekannteste Blair-Witch-Project und Napster. Gelungen ist sie auch Menthos auf YouTube. Man erinnere sich an die Menthos-Cola-Experimente auf YouTube. Misslungen ist sie dem auf den Zug aufspringen wollenden Cola-Konzern mit seinem Aufruf zu Videoproduktionen mit Menthos-Cola-Experimenten f\u00fcr die eigene Video-Plattform.<\/p>\n<p>Heute versuchen Gro\u00dfagenturen solche Kampagnen zu inszenieren. In vielen Firmen tr\u00e4umt man davon durch \u00bbGuerilla-Marketing\u00ab mit wenig Geldeinsatz viel Geld zu verdienen. Darf ich ganz unverbl\u00fcmt an dieser Stelle, fern jeder political correctness sagen: totaler Schwachsinn!! Solch ein Denken ist keine Basis f\u00fcr das Entstehen eines Guerilla-Marketings. Zwar versuchen sich gro\u00dfe Agenturen in solchen Inszenierungen, doch wird das Spiel entlarvt, kann der Schaden gro\u00df sein. Hier ein Beispiel aus USA, von <a href=\"http:\/\/andywibbels.com\/post\/1398\">Andy Wibbels<\/a> aufgegriffen:<\/p>\n<p><em><strong>\u00bbBuzz Marketing Campaign Shuts Down Boston<br \/>How fundamentally stupid:<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>A &#8216;buzz marketing&#8217; campaign for Cartoon Network&#8217;s Adult Swim feature<br \/> Aqua Teen Hunger Force consisting of LED-based lightboxes with a<br \/> cartoon character giving the middle finger has caused panic in Boston<br \/> and shut down their transit system.<\/em><\/p>\n<p><em>They are part of an outdoor marketing campaign in 10 cities in<br \/> support of Adult Swim&#8217;s animated television show Aqua Teen Hunger<br \/> Force. They have been in place for two to three weeks in Boston, New<br \/> York, Los Angeles, Chicago, Atlanta, Seattle, Portland, Austin, San<br \/> Francisco and Philadelphia. Parent company Turner Broadcasting is in<br \/> contact with local and federal enforcement on the exact locations of<br \/> the billboards. We regret that they mistakenly thought to pose any<br \/> danger.<\/em><\/p>\n<p><em>Nothing sucks more than fake guerilla marketing. Especially in a<br \/> country already on a hair-trigger for anything remotely strange or out<br \/> of the ordinary.\u00ab<\/em><\/p>\n<p><em>Mehr zur Aqua Teen Hunger Force auf <a href=\"http:\/\/www.eayz.net\/artikel\/aquateens\/\">http:\/\/www.eayz.net\/artikel\/aquateens\/<\/a><br \/><\/em><\/p>\n<p>Ob Marketing-Aktionen zu Guerilla-Aktionen werden, l\u00e4sst sich nicht planen und nicht vorhersehen. Guerilla-Marketing ist eine typische Post-hoc-Bezeichnung. R\u00fcckblickend wird sie von Marketing-Experten nach kluger Analyse als solche bezeichnet.<\/p>\n<p>Marekting war dann Guerilla-Marketing, wenn die Marketing-Idee\/Kampagne\/Aktion dem Unternehmen geraubt wurde und in den H\u00e4nden derer, die vielleicht einmal zu Kunden werden, weiterverarbeitet, weitergereicht wurde, wenn Eigendynamik in einer \u00bbCommunity\u00ab den Lauf der Dinge bestimmt und nicht das Unternehmen. Deshalb sollten Marketing-Ideen vor allem authentisch sein, bei der Realisierung rohe Oberfl\u00e4chen behalten, nicht an der Perfektion der Gestaltung ersticken, so dass sich keiner von uns mehr zuzugreifen und sie zu rauben wagt, um sie dadurch auch zu ver\u00e4ndern und zu einem Teil zu seinem Eigen zu machen. Auch sollten wir nicht von einem subtilen Corporate \u00fcberlistet werden und zu Bewerbungssklaven werden. Wer will das schon. R\u00e4ume frei geben, Mut zu r L\u00fccke, die Dinge sein lassen k\u00f6nnen, aber gute Ideen haben, von denen man selbst \u00fcberzeugt ist und die man mit Konsequenz, ja beinahe Sturheit und Geduld verwirklicht. Den Besserwisser und Experten in sich vom Sockel st\u00fcrzen, eine &#8211; so finde ich &#8211; wichtige Maxime.<\/p>\n<p>Niemand wird dir sagen k\u00f6nnen, ob du erfolgeich sein wirst. Das Risiko bleibt allgegenw\u00e4rtig und Risikobereitschaft eine Grundvoraussetzung, um \u00fcberhaupt eine Chance als Guerrillero zu haben.<\/p>\n<p><strong>Zum Abschluss noch ein Beispiel aus den USA: Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf auf <a href=\"http:\/\/www.buzzmachine.com\/index.php\/2007\/01\/29\/guardian-column-the-youtube-campaign\/\">YouTube<\/a> <\/strong><\/p>\n<p><em>\u00bbThe revolution will not be televised. It will be YouTubed. The open TV of the people is already turning into a powerful instrument of politics &#8211; of communication, message, and image &#8211; in the next US presidential election. Witness: Democrats Hillary Clinton, Barack Obama and John Edwards; Republican Sam Brownback; and more candidates just announced their runs for the White House not in network-news interviews, nor in big, public events, but instead in their own online videos.\u00ab<\/em><\/p>\n<p><em>Guardian column: The YouTube campaign<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Guerilla\">Wikipedia<\/a> schreibt<br \/> dazu: \u00bbGuerilla ist die Verkleinerungsform von guerra und bedeutet<br \/> daher \u201eKleiner Krieg\u201c. Der Ausdruck \u201eKleiner Krieg\u201c war im deutschen<br \/> Sprachgebrauch bis ins 19. Jahrhundert hinein \u00fcblich, bevor er zusammen<br \/> mit dem zun\u00e4chst neu gepr\u00e4gten deutschen Wort \u201eVolkskrieg\u201c (und f\u00fcr<br \/> guerrilleros &#8211; Freisch\u00e4rler) durch den Guerilla-Begriff verdr\u00e4ngt<br \/> wurde. In dieser Form wurde es dann als Fremdwort wieder in die<br \/> deutsche Sprache \u00fcbernommen. Es handelt sich also um eine<br \/> R\u00fcckentlehnung.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guerilla-Marketing ist nicht planbar. Es beruht vielmehr auf dem Prinzip des Raubes und geraubt wird nur, was einem gef\u00e4llt oder was man brauchen kann. Deshalb sollte Marketing authentisch sein. 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