{"id":3741,"date":"2011-04-23T10:42:48","date_gmt":"2011-04-23T09:42:48","guid":{"rendered":"http:\/\/180.211.110.195:8082\/biestmilch\/?p=3741"},"modified":"2016-04-30T10:31:50","modified_gmt":"2016-04-30T09:31:50","slug":"magen-und-darm-gehoren-zu-den-am-meisten-belasteten-organen-eines-ausdauerathleten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biestmilch.com\/blog\/2011\/04\/23\/magen-und-darm-gehoren-zu-den-am-meisten-belasteten-organen-eines-ausdauerathleten\/","title":{"rendered":"Magen und Darm geh\u00f6ren zu den am meisten belasteten Organen eines Ausdauerathleten"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<h2>Auch Athleten leiden am &#8220;Leaky gut Syndrom&#8221;<\/h2>\n<p>Magen-Darmprobleme treten bei Hochleistungssportlern und speziell Ausdauerathleten generell sehr h\u00e4ufig auf. Aus diesem Grund ist die k\u00fcrzlich von einer englischen Arbeitsgruppe publizierte Studie f\u00fcr uns besonders interessant. Sie unterstreicht eindrucksvoll das protektive Potenzial von Colostrum\/Biestmilch auf die Magen- und Darmschleimhaut und die Bedeutung eines &#8220;Leaky gut Syndroms&#8221; f\u00fcr die Entstehung der Magen-Darm-Symptome bei Athleten. Die Studienergebnisse stimmen mich sehr zufrieden und zuversichtlich, denn ich habe diese Wirkung der Biestmilch, die aus Bereichen der Medizin bereits bekannt war, bei Athleten oft hervorgehoben, bin jedoch auf wenig Resonanz gesto\u00dfen. Vielleicht \u00e4ndert sich dies ja jetzt.<!--more--><\/p>\n<p>Die Aufgabe des Magen-Darm-Traktes ist nicht nur Nahrung zu verdauen, seine Schleimh\u00e4ute sind selektive hochaktive Kommunikatoren zwischen der Au\u00dfenwelt und dem K\u00f6rperinneren. Bei einer Ausdauerleistung bewegt man sich einem schmalen Grad, einerseits Nahrungbestandteile aufzunehmen und andererseits solche Verbindungen au\u00dferhalb zu halten, die das Gleichgewicht des K\u00f6rpers und damit das Wohlbefinden\u00a0 gef\u00e4hrden k\u00f6nnten. Es ist enorm wichtig zu wissen, dass unter normalen Umst\u00e4nden gut vertr\u00e4gliche N\u00e4hrstoffe unter starker Belastung zu Substanzen werden k\u00f6nnen, die Magen-Darm-Probleme hervorrufen k\u00f6nnen. Kohlenhydrate sind hierf\u00fcr ein gutes Beispiel. Eine zu hohe Konzentration \u00fcber einen sehr kurzen Zeitraum aufgenommen, kann sch\u00e4dlich sein und zu Magen-Darm-Problemen f\u00fchren. Ob eine Substanz zu einem bestimmten Zeitpunkt Freund oder Feind ist, h\u00e4ngt davon ab, wie stressbelastet das jeweilige Mikromilieu gerade ist. Wenn die Aktivit\u00e4t des Stresssystems sehr hoch ist, dann beeinflusst dies ma\u00dfgeblich die Durchl\u00e4ssigkeit der Darmsschleimhaut.<\/p>\n<p>Die Durchl\u00e4ssigkeit der Magen- und Darmschleimhaut reagiert auf verschiedene Stressfaktoren sehr empfindlich. Ausgepr\u00e4gte St\u00f6rungen an dieser Grenzfl\u00e4che l\u00f6sen eine Immunantwort aus, die, sind die Kontrollmechanismen des Immunsystems bzw. Stress-Systems geschw\u00e4cht, zu einem Entz\u00fcndungsprozess mit Folgen werden kann. Zu den Stressfaktoren, die die Permeabilit\u00e4t der Magen- Darmschleimhaut unterschiedlich stark ver\u00e4ndern, geh\u00f6ren Krankheit, ph-Wert-Verschiebungen, extreme sportliche Belastung, Zell-L\u00e4sionen aufgrund einer erh\u00f6hten K\u00f6rpertemperatur, aber auch Alkoholkonsum oder die Zusammensetzung der Nahrung.<br \/> Immunmolek\u00fcle wie z.B. Zytokine werden freigesetzt und tragen u.a. dazu bei, dass die Durchl\u00e4ssigkeit des Magens und Darms insgesamt zunimmt, vor allem w\u00e4hrend und nach dem Laufen ist dieses Ph\u00e4nomen besonders stark ausgepr\u00e4gt. Dann k\u00f6nnen Substanzen durch das Zellgewebe dringen, die dort sonst nicht durchdringen k\u00f6nnten. Die Durchl\u00e4ssigkeit ver\u00e4ndert sich in einer Art und Weise, dass gr\u00f6\u00dfere Molek\u00fcle durchrutschen, die dann die Blut- oder Lymphgef\u00e4\u00dfe erreichen und so in die gro\u00dfen Kreislauf gelangen.<\/p>\n<h2>Die Situation des Athleten im Speziellen<br \/> Verschiedene Stressfaktoren beeintr\u00e4chtigen die Stabilit\u00e4t und Widerstandsf\u00e4higkeit der intestinalen Grenze<\/h2>\n<p>Lang andauernde, ersch\u00f6pfende Anstrengungen, Hitzestress oder Medikamente wie nichtsteroidale Entz\u00fcndungshemmer (unter Athleten sehr gebr\u00e4uchliche Painkiller) sind nur einige der vielen Stressfaktoren, die die Funktionen der Schleimhaut beeintr\u00e4chtigen. Wenn die Integrit\u00e4t des Magens oder Darms gest\u00f6rt ist, dann ist dies ungeachtet der Ursache mit einer erh\u00f6hten Durchl\u00e4ssigkeit der Magen-Darmschleimhaut verbunden. Neben exogenen Irritationen f\u00fchren eine reduzierte Blutversorgung des Magen-Darm-Traktes, hormonelle Ver\u00e4nderungen sowie eine erh\u00f6hter K\u00f6rpertemperatur zu Permeabilit\u00e4tsst\u00f6rungen. Symptome, die die Athleten dann plagen, sind Kr\u00e4mpfe, Durchfall, Bl\u00e4hungen, \u00dcbelkeit und Blutungen, f\u00fcr Ausdauersportler und vor allem f\u00fcr Langdistanz-Athleten wie Triathleten gel\u00e4ufige Probleme.<\/p>\n<p>Man weiss heute, dass ein fehlreguliertes Stresssystem mit nachfolgendem &#8220;Leaky gut Syndrom&#8221; ma\u00dfgeblich an der Entwicklung dieser Symptome beteiligt ist. Dennoch liegt die detaillierte wissenschaftliche Aufkl\u00e4rung der Prozesse, die diesen Magen-Darm-St\u00f6rungen zugrunde liegen, noch in weiter Ferne.\u00a0 Hypothesen, die die Symptome zu erkl\u00e4ren versuchen, habe ich oben bereits kurz erw\u00e4hnt. Das &#8220;Leaky-gut-Syndrom&#8221; fasst alle die Ph\u00e4nomene zusammen, die auf eine erh\u00f6hte Darmdurchl\u00e4ssigkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Die Physiologie dahinter ist komplex: eine Reduzierung des Blutflusses w\u00e4hrend der k\u00f6rperlichen Belastung, pH-Verschiebungen, eine erh\u00f6hte Kerntemperatur, Scherkr\u00e4fte durch die Bewegung, vermehrte Freisetzung freier Sauerstoff-Radikale, Aktivierung von Immunzellen und Freisetzung von Immunfaktoren, ein \u00fcberaktives autonomes Nervensystem und vieles mehr.<br \/> Sehr intensives Training und nat\u00fcrlich die Wettk\u00e4mpfe aktivieren das Stresssystem. Die Aktivit\u00e4t des autonomen (sympathischen) Nervensystems nimmt zu. Stresshormone wie Adrenalin, Cortisol und Hormone, die die Fl\u00fcssigkeitsbilanz regulieren (Vasopressin), ver\u00e4ndern ihre Freisetzungs- und Aktivit\u00e4tsprofile. Die Aktivit\u00e4t des Immunsystems ver\u00e4ndert sich sowohl auf der Ebene der Zellen also auch der freigesetzten Molek\u00fcle (Zytokine etc.). Wenn das Zusammenspiel dieser Vielzahl an Regulationsprozessen unkontrolliert abl\u00e4uft, die strenge zeitliche Koordination verloren geht, dann kommt es je nach Ausmass der Regulationsst\u00f6rungen zu milden oder auch schweren St\u00f6rungen der Magen-Darm-Funktion. Das Ph\u00e4nomen eines &#8220;Leaky gut&#8221;, einer gest\u00f6rten Durchl\u00e4ssigkeit von Magen- und Darmschleimhaut, liegt in der Regel immer vor, wenn es zu Symptomen im Bereich des Magen-Darm-Traktes kommt.<\/p>\n<h2>Biestmilch ist ein nat\u00fcrliches Produkt mit dem erstaunlichen Potenzial, die Magen-Darm-Schleimhaut zu stabilisieren und sie damit stress-resistenter zu machen.<\/h2>\n<p>Die pharmakologischen Optionen, um die Symptome geschweige denn die Ursachen zu behandeln, sind vor allem im Wettkampfsport sehr limitiert, deshalb gibt es zunehmend gr\u00f6\u00dferes Interesse an nat\u00fcrlichen Substanzen. Eine solche Substanz ist Colostrum vom Rind (Biestmilch). Playford und seine Mitarbeiter entwarfen nun ein Studiendesign um herauszufinden, ob Biestmilch die Durchl\u00e4ssigkeit der Magen-Darmschleimhaut positiv beeinflussen kann.<\/p>\n<p>Biestmilch\/Colostrum ist besonders reich an Immunglobulinen, antimikrobiellen Peptiden (z. B. Laktoeferrin, Laktoperoxidase) und anderen bioaktiven Molek\u00fclen wie den Wachstumsfaktoren, die f\u00fcr die Zellregeneration unverzichtbar sind.<br \/> Raymon J. Playford hat bereits vor einigen Jahren aufgezeigt, dass ein kommerziell erh\u00e4ltliches Colostrum-Pr\u00e4parat* vor durch NSAID**-induzierten L\u00e4sionen im oberen Magen-Darmtrakt sch\u00fctzen kann. Schon seit l\u00e4ngerem wird vermutet, dass Biestmilch\/Colostrum die im Rahmen von Hochleistungssport und Ausdauersport auftretenden Regulationsst\u00f6rungen im Bereich der Magen- und Darmschleimhaut zu modulieren vermag, jedoch fehlte bis heute der Beweis.<\/p>\n<p>Jetzt hat die Gruppe um Playford eine Studie publiziert, die die ersten Beweise f\u00fcr die Wirkungen von oralem Kuh-Colostrum (Biestmilch) auf die Darmpermeabilit\u00e4t liefert. Die Probanden mussten sich solange stark belasten, bis eine bewegungsbedingte Temperaturerh\u00f6hung und eine stressbedingte Verschiebung der intestinalen Hormonprofile nachzuweisen war. Diese vorab durchgef\u00fchrten Belastungseinheiten bestimmten dann die Dauer der Belastung w\u00e4hrend der Studie und die Parameter, die zur Messung ausgew\u00e4hlt wurden.<br \/> Neben den Untersuchungen an Probanden wurde auch mit verschiedenen Darmschleimhaut-Zelllinien experimentiert. Auf diese Weise konnten die dem sch\u00fctzenden Effekt zugrundeliegenden Prozesse von Colostrum\/Biestmilch genauer analysiert werden. Die Zellen wurden Stressfaktoren wie z.B. erh\u00f6hter Temperatur exponiert, denen die Darmzellen von Athleten ebenfalls ausgesetzt sind. Dies erfolgte mit und ohne den Zusatz von Colostrum\/Biestmilch. Unterschiedliche f\u00fcr die Zellfunktion kritische Parameter wurden untersucht.<\/p>\n<p><strong>Kurze Zusammenfassung der Studienergebnisse<\/strong><\/p>\n<p>Die Ergebnisse waren erstaunlich und motivieren hoffentlich andere, diese Substanz ernst zu nehmen und weitere Studien durchzuf\u00fchren. Alle Ergebnisse lassen stark annehmen, dass Biestmilch\/Colostrum die Stressresistenz der Epithelzellen erh\u00f6ht. Die Zellen zeigten sich temperaturresistenter. Der Zelltod wurde signifikant verringert. Zusammenfassend zeigen die Untersuchungen, dass Biestmilch\/Colostrum in einem physiologisch relevanten Belastungsmodell zur Aufrechterhaltung der Intergit\u00e4t der Darmschleimhaut beitr\u00e4gt. Weitere Studien, die Probanden \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum unter starker Belastung und in extremer Hitze beobachten, scheinen gerechtfertigt, um die in dieser Studie nachgewiesene Wirksamkeit von Colostrum\/Biestmilch f\u00fcr den Ausdauerathleten nochmals zu untersuchen und zu best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Referenzen:<br \/> Marchbank T, Davison G, Oakes JR, Ghatei MA, Patterson M, Moyer MP and Playford RJ: The nutriceutical bovine colostrum truncates the increase in gut permeability caused by heavy exercise in athletes. Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol 300: G477-G484, 2011.<\/p>\n<p>Kay L. Pals KL, Ray-Tai Chang RT, Ryan AJ, Gisolfi CV: Effect of running intensity on intestinal permeability. J Appl Physiol 82:571-576, 1997<\/p>\n<p>Abk\u00fcrzungen:<br \/> * Playford verwendete f\u00fcr seine Studien das Colostralmilchpulver der Fonterra Kooperative aus Neuseeland. Biestmilch ist aus dem selben Rohstoff gemacht.<br \/> **NSAID, nonsteriodal anti-inflammatory drug<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch Athleten leiden am &#8220;Leaky gut Syndrom&#8221; Magen-Darmprobleme treten bei Hochleistungssportlern und speziell Ausdauerathleten generell sehr h\u00e4ufig auf. Aus diesem Grund ist die k\u00fcrzlich von einer englischen Arbeitsgruppe publizierte Studie f\u00fcr uns besonders interessant. 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