WIE LANGE WIR LEBEN, HÄNGT DAVON AB, WIE WIR UNSER LEBEN LEBEN

Natürlich spielt unsere genetische Veranlagung eine wichtige Rolle, welchen Lauf unser Leben nimmt.
Dennoch haben wir mehr Kontrolle darüber, wie lange wir leben und wie wir sterben, als wir vielleicht annehmen mögen.

Lebensstil kontrolliert Entzündungsprozesse.
Die Entzündungen wärmen uns wohlig.

 

Die über Jahrzehnte anerkannte Lehrmeinung, dass die Gene alles bestimmen, zerbröckelt langsam. Die wissenschaftlichen Studien jenseits von Lehrbuchwissen zeigen, dass unsere Vorstellung von den Genen als einzig lebensbestimmender Faktor nicht zutrifft. Aber darüber wäre ein eigenes Buch zu schreiben. 

Biestmilch hat mich gelehrt, dass die Gene in die Kommunikation des Organismus eingebunden sind. Demnach verändert die Umgebung, in der sich die Zelle befindet, die Aktivität der Gene und umgekehrt, ein Kommunikationsprozess in beide Richtungen. Diese Umgebung, dieses Milieu der Zellen ist immer entzündlich. Die Entzündung kann unterschiedlich aktiv sein. Das Spektrum umfasst alle Übergänge vom Wohlbefinden bis zur Krankheit. Die äußerst positive Nachricht ist, dass wir durch unseren Lebensstil dieses Milieu und damit die Genaktivität beeinflussen können, natürlich auch hier wieder in beide Richtungen, zum Guten wie zum Schlechten.

Seitdem mir das bewusst ist, gehe ich nicht, wie die vielen Jahre zuvor, so unbedacht mit mir um. Biestmilch zeigt mir bis heute immer wieder auf, welche Bedeutung der Lebensstils für mein Leben und die entzündliche Umwelt meiner Zellen hat.

Unzählige Male wurde ich gefragt, ob Biestmilch bei diesem oder jenem Krankheitszustand hilft. Ja, natürlich, pflege ich zu sagen. Sie tut das, weil sie in der Lage ist, das entzündliche Umfeld der Zellen zu modulieren. Ein zu seltenes Anliegen der Menschen ist leider die Prävention. Die vorbeugende Wirkung unseres Lebensstils auf den Alterungsprozess findet noch wenig Beachtung. Wir sehen meist erst dann einen Grund, etwas an unserer Lebensweise zu ändern, wenn wir eine Diagnose wie Herzinfarkt oder Krebs erhalten. 

Entzündungen fördern den Alterungsprozess unserer Zellen.

Dann fangen wir vielleicht an, unseren Lebensstil zu überdenken. Beruhigend ist, dass wir zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens auf den Verlauf einer chronischen Erkrankung Einfluss nehmen können. Allerdings ist das um ein Vielfaches mühsamer als vorzubeugen. 

 

Vor hundert Jahren starben die Menschen in erster Linie an Infektionskrankheiten. Die Antibiotika waren noch nicht gefunden. Heute sterben wir an ganz anderen, aber teilweise ebenso vermeidbaren Krankheiten. Es sind die chronischen Leiden wie koronare Herzkrankheit, Tumoren oder Diabetes. Neun von zehn Menschen sterben daran, eine erschreckende Zahl. Es liegt in unseren Händen - zumindest in unserer westlichen Gesellschaft - etwas gegen dieses Schicksal zu unternehmen, etwas, das jenseits der Möglichkeiten liegt, die uns die Medizin bietet. 

 

Eine der neueren Studie belegt, dass wir ein langes Leben und Wohlbefinden nicht erben, wie wir glaubten. Stattdessen bestimmt die Summe unserer Gewohnheiten unsere Lebensdauer. 90% (eine Schätzung der Wissenschaftler) von uns könnten mit einfachen Änderungen des Lebensstils bis zu 90 Jahre alt werden. Wir könnten frei von chronischen Krankheiten leben, die unseren Lebensabend sonst so elend machen können. Selbst wenn wir in unserer Familiengeschichte Fälle von Krebs und Herzerkrankungen haben, liegt der größte Teil unseres Schicksal in unseren eigenen Händen. 

Wie lange wir leben, hängt davon ab, wie wir unser Leben leben und nicht davon, wie lange unsere Eltern gelebt haben. 

 

Unser Lebensstil - wie wir schlafen, uns entspannen, ob und wie wir uns bewegen und  wie wir essen - bestimmt maßgeblich, wie alt wir werden, wie wir altern und woran wir erkranken. Ungeachtet dessen wie wohl wir uns heute fühlen und wie alt wir sind, wir sollten eigentlich umgehend beschließen, den so weit verbreiteten chronischen Leiden vorzubeugen. Kleine Entscheidungen täglich zu treffen, wie: was wir essen, wir wir schlafen und wie viel wir uns bewegen - zählen mehr als wir denken. Eines Tages werden wir akzeptieren müssen, dass Vorbeugen die bessere Option ist, als endlos quälende Behandlungen ohne durchschlagenden Erfolg auf uns zu nehmen.

Diese Alltagsentscheidungen im Hier und Jetzt sind wichtig dafür, wie wir altern, wie wir uns fühlen und wie wir am Ende sterben. In der westlichen Hemisphäre genießen wir das Privileg, diese Entscheidungen treffen zu können. Warum also sollten wir diese Chance verschenken! 

Vor allem unser Speiseplan der letzten Jahrzehnte brachte uns Fettleibigkeit, Gefäßkrankheiten, Diabetes, koronare Herzkrankheiten, Tumoren, Allergien und viele andere chronische Erkrankungen ein. Sie alle haben eines gemeinsam: eine Fehlregulation der ansonsten kontrollierten Entzündungszustände unseres Körpers (weiteres siehe unten). 

Welche Bedeutung die Entzündung bei der Entstehung chronischer Erkrankungen in den letzten Jahren einnimmt, lässt sich an dem Sonderheft „Wie die Entzündung zum größten Killer des Jahrhunderts aufstieg und zum Schlüssel für die Heilung durch Vorbeugen wurde.” des TIME Magazine Special vom Oktober 2013 erkennen. 

Die Zeitschrift betitelt Entzündungen als Mörder. Das ist zugleich richtig und falsch. Eine Entzündung ist bei weitem mehr als ein Mörder. Sie ist die Überlebensstrategie des Organismus. Sie erzeugt Wohlbefinden und bewahrt uns vor Krankheit. Wenn es uns gut geht, dann sind die Entzündungsprozesse in unserem Organismus gut kontrolliert und fein reguliert. Sie überschreiten die Schwelle nicht, ab der wir uns krank fühlen. 

Leben braucht Wärme – Leben auf der Erde, ist ohne den heißen inneren Kern undenkbar. Die Entzündung in uns, ist wie der glühende innere Kern unseres Planeten, nicht immer ausgeglichen und spannungsfrei.

Eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen erzeugen aus der Nahrung Energie. Energie braucht jedoch ein Verteilernetz. Das Nervensystem, das Immunsystem und die Hormone übernehmen diese Aufgabe, Diese Supersysteme der Regulation regulieren den Energiefluss in unserem Körper. In der Hierarchie der Versorgung stehen Herz, Gehirn und Nieren an  oberster  Stelle. Im Falle von Krankheit oder Verletzungen gehört die Priorität  dem Heilungsprozess. 

Die drei Supersysteme der Regulation erzeugen und
kontrollieren die Entzündung 

 

Wir sind am ehesten damit vertraut, dass, wenn es um Entzündungen geht,  das Immunsystem die tragende Rolle spielt. Und wir bringen das Immunsystem mit Infektionen und deren Abwehr in Verbindung. Diese Sicht ist leider unzutreffend. Das Immunsystem ist ein Regulationssystem. Es ist an der Regulation des Stoffwechsels, der Energieverteilung und der Stressreaktion beteiligt. Es heilt unsere Wunden und Infektionen, indem es den Entzündungsprozess zum Abschluss bringt.

Das Immunsystem kann jedoch diese Aufgaben nicht ohne Kommunikation mit dem autonomen Nervensystem und den Hormonen erfüllen. Diese drei Systeme bezeichnet man als das Stress-System. Dieses System erzeugt und erhält das Gleichgewicht - die Homöostase - unseres Organismus.

Die Entzündungssituation wird erst zum Dilemma, wenn die Entzündungsprozesse chronisch werden. Dies ist dann der Fall, wenn das Stress-System die Entzündung nicht mehr bändigen kann. Eine chronische Entzündung besteht oft über Jahrzehnte, bis schließlich die chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Gefäßerkrankungen oder Tumoren diagnostiziert werden. 

Da ausnahmslos alle Krankheiten auf dem Boden chronischer Entzündungsprozesse gedeihen, bezeichnet das TIME Magazine in einer Sonderausgabe aus dem Jahr 2013 die Entzündungen als Killer. Essen, Bewegen, Entspannen und Schlafen, jeden Tag Entscheidungen für sich selbst und sein Wohlbefinden treffen, kann diesen Prozess des Leidens lindern. Auch wenn sich ein Krankheitsverlauf nicht umkehren lässt, so doch mindestens verlangsamen. Diese vier Entscheidungen zu einer Änderung des Lebensstils, sind auch entscheidend dafür, wie Sie altern. 

 

Wir brauchen Entzündungen, um zu überleben. Entzündliche Prozesse durch Medikamente zu unterdrücken und damit das Potenzial des Immunsystems zu heilen zu schwächen oder gar aufzuheben, kann ebenso tödliche Folgen haben, wie das Anheizen der Entzündungen durch Stressfaktoren. Gestörte Wundheilung, Infekte nach Tumorbehandlung sowie die Entwicklung von Metastasen, Allergien oder Autoimmunerkrankungen, sie alle haben ein entzündliche Komponente. 

 

Es muss uns ernsthaft darum gehen, die regulatorischen und modulatorischen Fähigkeiten der Regulationssysteme des Organismus nicht zu zerstören. Das ist die Lektion, die wir lernen müssen und das ist die Lektion, die mich Biestmilch über viele Jahre gelehrt hat. 

 

Keine Panik, wir sind keine Opfer unserer Gene

Durch unseren Lebensstil beugen wir vor und kontrollieren die Entzündungsprozesse, die uns im Innersten zusammenhalten. So beeinflussen wir auch die Aktivität unserer Gene. Lebensstil ist wie wir essen, wie viel wir uns bewegen, wie wir schlafen und regenerieren. Und - dieser Faktor ist leider am schwierigsten zu kontrollieren – wie viel Stress wir aushalten müssen.