Eine kurze Reflektion von BIEST//GANG Mitglied Moritz Martin www.olympic-windsurfing.de/
Wenn ich diese Frage beantworten könnte…!
Wenn ich auf dem Wasser bin gibt es immer Ziele. Man überlegt andauernd, wohin man sein Board steuern möchte. Der Sport zwingt einen quasi dazu, klare Ziele vor Augen zu haben.
Andernfalls würde man irgendwo auf den Weltmeeren landen. Man wird bei jeder Entscheidung, einen neuen Kurs einzunehmen ins jetzt zurückgeholt, ist bei der Sache, im Jetzt.
Doch es geht mir wahrscheinlich wie vielen anderen so, dass es im Alltag nicht so leicht fällt, die Ziele klar vor Augen zu haben. Hier ist nicht alles frei bis zum Horizont. Es gibt viele Hindernisse, Schluchten, Spurrillen, die einen nicht loslassen möchten. Es gibt nicht “den richtigen” Weg.
2006 ließ mich an Zielen zweifeln, denn ich musste erfahren, wie sie binnen Sekunden zerstört werden können.
Nach einigen Monaten, die ich unter anderem damit zugebracht habe, mir ein Thema für meine Abschlussarbeit zu überlegen und mich mit unterschiedlichen Theorien beschäftigte, habe ich heute mehr Klarheit.
Die Philosophie der Biestmilch hat mich hier sicherlich beeinflusst und mir auch Kraft für neue Entscheidungen gegeben. Man sollte sich besinnen und seine Kräfte den Aufgaben widmen, die in gewisser Weise auch zu einem passen. Man muss sich mit den Dingen, die man tut identifizieren, darin aufgehen und Freude erleben. Stolz sein auf das, was einen von anderen unterscheidet, auf wahre Kompetenz.
Vor 17 Jahren habe ich zum ersten Mal auf dem Surfbrett gestanden und in den vergangenen Jahren viele Titel errungen. Das habe ich immer mit klarer Zielsetzung geschafft und der Sport hat mich in dieser Hinsicht sicherlich geprägt.
Doch auf der internationalen Bühne ist mir der große Coup noch nicht gelungen. Vielleicht, weil die Ziele schwieriger einzuschätzen sind und ich es deshalb vernachlässigt habe, sie klar zu umreißen.
Diese Saison ist vorentscheidend für die Olympiaqualifikation 2008 und ich habe mir klare Ziele gesteckt.
Der Sport nimmt einen großen Teil meines bisherigen Lebens ein und ich habe mich deshalb auch entschlossen die Abschlussarbeit meines Studiums dem Windsurfsport zu widmen. Man sollte schließlich über die Dinge reden, von denen man Ahnung hat:-)
Ziele sind entscheidend für die Motivation. Solange sie positiv-realistisch sind und die Erreichung einen Anreiz darstellt, der zu der zeitlichen Distanz passt erreichen wir sie auch!
Wir müssen nur fest dran glauben und sie nicht aus den Augen verlieren.
Doch die Frage war ja eigentlich wie viele Ziele man braucht. Ich glaube, das weiß keiner…
Fest steht aber, sie dürfen nicht konkurrieren! Entweder sie sind zeitlich entkoppelt oder mit-einander vereinbar.
Was meint ihr?



