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»Einer, der ausgezog, um …«
22-01-2007978Views1Comment

»Einer, der ausgezog, um …«

Kjell, eines der treuesten Biester, sendete diesen Beitrag vor einigen Tagen aus Malaysia. Ich denke zur Zeit regelmäßig an Kjell. Vielleicht kommt das daher, dass ich derzeit so in den Alltag eingespannt bin, dass mich das Fernweh immer wieder packt. Fernweh ist ja meist ein etwas romantisches Gefühl und hat mit der Realität nur begrenzt etwas zu tun, wie man das auch aus Kjells Bericht entnehmen kann. Ich kenne dieses ambivalente Gefühl des Glücks und des Schmerzes zu eben der selben Zeit, wenn man in der Ferne weilt.

Hier Kjells Reflexionen unterwegs in die Ferne

»Viele Anregungen, viel Motivierendes haben die Stunden der Ruhe nach dem Ironman Hawaii 2006 gebracht. Ich habe mit vielen sehr interessanten Menschen gesprochen und versucht für mich das Wesentliche heraus zu destillieren.

Denn eines weiß ich heute, Kopieren funktioniert nicht, es ist langweilig und bringt einen nicht wirklich weiter. Man muss schon seine eigenen Erfahrungen machen.
Das abgeschlossene Studium, meine kleinen, aber für mich feinen Erfolge im Ausdauersport, haben in mir den Entschluss reifen lassen, aufs Ganze zu setzen. Das hieß für mich, zunächst die Profi-Lizenz zu lösen. Und jetzt ziehe ich als Triahtlet-Profi durch die Welt. Ich steckte mir also einen Rahmen für 2007 und wollte sehen, was mit einem Mini-Budget und guten Kontakten möglich ist.

Es stellte sich schnell heraus, dass da doch einiges möglich ist. Als ich das erkannt hatte ging alles rasend schnell. Wettkämpfe (in meinen Augen sinnvolle) waren ins Auge gefasst, die Flüge gebucht (All-Arround-the-world-ticket) und die Unterkünfte organisiert. Alles lief recht ordentlich und flüssig, mit wenigen Ausnahmen wie: die DTU versendete meine Elitepasse an die falsche Adresse und nun muss der Pass von einer meiner Hamburger Bekannten zum ersten Rennen mitgebracht werden.

Die Unterkunft in den USA habe ich noch nicht genau geregelt, wie auch die genauen Wettkämpfe vor Ort. Mein Budget scheint wohl doch etwas knapp kalkuliert. Die Flüge innerhalb Japans kann man erst drei Monate vor dem Flugtermin buchen. Aber was soll’s, es klappt ja doch immer irgendwie und wenn nicht, Pech!
Aber hopla, so locker und optimistisch war ich eine ganze Zeit lang nicht und bin es auch jetzt nur phasenweise. Nach nun fast zwei Wochen »on the road« und damit „Ausgezogen um…“ bin ich mir mit dem »UM« gar nicht mehr so sicher!!
Es ist irgendwie ein kleines Abenteuer. Manchmal scheint es mir, als hätte ich zuviele back-ups gemacht- Meine Reise mag deshalb vielen von Euch gar nicht als Abenteuer erscheinen.Für mich ist es ein gewaltiges Abenteuer, das in einem sehr tiefen Tal begonnen hat.
Große, irgendwie diffuse Probleme, ich weiss heute, da ich mitten in Malysia unterwegs bin, nicht mehr genau, welche es überhaupt waren, ließen den Start zu einer kleinen aber feinen Qual werden. Ich hatte am Hamburger Flughafen (05.01.07) absolut keine Lust mehr auf dieses Abenteuer. Und vor Ort auf Langkawi (Malaysia) wurde es die ersten Tage kein Stück besser, eher schlechter.
Eine Frage beschäftigte mich ständig: »Warum tust du das hier? Du könntest in der Kälte, die du zwar hasst, aber zu Hause, dein Ding auch durchziehen! …« So ging es bei allem was ich tat und dachte. Nicht das tolle Wetter, die Bedingungen, die Hilfe von Emmes (dem ausgewanderten Deutschen, bei dem ich in Malaysia Unterschlupf bekommen habe), nichts war irgendwie richtig.
… und dann war er wieder da, der Trainingsalltag und dieses wunderbare Gefühl, warum ich dies alles auf mich nahm: wie ein Wunder kippte meine Stimmung zum Positiven. Ich habe immer noch kleine Tiefs, aber das ist normal, doch die Tage sind nicht mehr nur bestimmt vom ständigen Hinterfragen, sondern ich mache und wir werden sehen, wozu ich ausgezogen bin …?!

Sportliche Grüße vom Biest//Gang-Member
Kjell
http://ironhamburger.blogspot.com

Susann

Susann

Susann is the biest prototype and head of the team. She is Austrian, has studied medicine, meaning she is a medical doctor and the Biesters' alpha wolf. Susann continuously produces new ideas, is strong in making concepts and is practically always ON FIRE. Without her BIESTMILCH wouldn't be where and what it is today, and anyway - not possible.

Bilingual Blogging: Is it counterproductive?

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1 Comment

  1. Liebe Susann, Liebe Biest-Gang und alle Leser,
    ich fange immer mehr an es zu genießen, auch wenn Vieles ganz anders ist als man es gewöhnt ist. Doch erzwungenes Neues ist oft sehr hilfreich auf seinem Weg.
    Allen viel Erfolg …
    Liebe Grüße Kjell

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